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Eben Moglen hat Recht - aber grausam unrecht wenn er meint es gäbe etwas zu stoppen!

“The internet doesn't have anonymity built in” hat Eben Moglen in seinem Speek an der Re:Publica gepredigt. Ein guter und faszinierender Vortrag. Und er meint wir müssen handeln, sonst sei es zu spät.

Es ist zu spät. Schlicht und einfach, denn in der Informatik sind gewisse Dinge manchmal sehr einfach. Wenn etwas so ausgelegt wurde, dass es nur “ohne anonymität” funktioniert, dann wird es auch so bleiben.

Komplexe Informatik-System basieren oft auf sogenannten Schichtenmodellen. Ein Konzept komplexe Architekturen zu vereinfachen und zu strukturieren. Anonymität wurde im Internet in den untersten Schichten nicht eingebaut und überträgt sich so automatisch auf die höheren. Anonymität fehlt sozusagen im Netzwerkkabel und gibt es darum auch nicht auf Facebook (ok - starke Abstraktion, aber so versteht man es oder?)

So war es vor 20 Jahren im Netz und so ist es heute. Ich kann dank meinen Fähigkeiten als Programmierer und Netzwerker anonym surfen. Ich bin ich und viele andere, aber nur weil ich weiss wie ich das Kabel wechseln muss. Die Mehrheit der Menschen wird das (leider) nie wissen. Und das wird so bleiben, denn die Technologie wird komplexer und nicht einfacher. Man kann sehr selten ein Problem mit dem eigentlichen Problem bekämpfen.

Ich glaube darum fest, dass es darum geht auf der Menschlichen Seite sozusagen neben der Tastatur und neben dem Touchdisplay einen Umgang mit der fehlenden Anonymität zu finden. Wir müssen Reise-Pässe tauschen, Streetview-Cars verwirrren und lernen uns als unsere Nachbaren auszugeben. Die Datentöpfe von ISPs, Facebook und Twitter verwirren, uns so nicht ganz so einfach für die Maschinen druchschaubar machen und als Gesellschaft einen Umgang finden nicht anonym zu sein als Individiuum. Ziemlich harter Task den es geht anzugehen. Zu spät ist es, wenn wir als Menschen den Drang verlieren Anonym sein zu können...